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Bettflucht

von Bettina Lege

Das Bett paßt heute Nacht nicht, ich wälze mich von einer auf die andere Seite. Das Kissen zu dick, die Decke zu dünn. Der Mond scheint ins Zimmer, aufgestanden, Gardine geschlossen. Es ist stickig, die Terrassentür geöffnet.

Die kühle Nachtluft beruhigt mich, tief atme ich ein und langsam wieder aus. Ich gehe ein paar Schritte, hinaus unter den Sternenhimmel, ins silbrige Licht des Mondes, höre nun ganz nahe eine Nachtigall.

Ein Trappeln hinter mir, etwas Großes kommt aus dem Haus, klackklack klackklack über die Terrasse, aber lautlos über das Gras. Mein Bett galloppiert mit wehenden Laken hinaus in die Nacht.

* * *

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© Bettina Lege (eMail schreiben) 2004 / 2017,
zuletzt geändert am 21.05.2015.