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Zu Kultur und Höflichkeit

von Bettina Lege, 08.07.2016

Ich kann nicht verstehen, warum manche Menschen in anderen Kulturen eine Bedrohung für die eigene sehen, warum sie nicht Menschen, sondern 'Fremde' sehen und meinen, diese anfeinden zu müssen. Dieses 'Gen' fehlt mir glücklicherweise.

Die eigene Kultur ist nur dann in Gefahr, wenn ich sie nicht pflege, Einflüsse von außen stellen sich zumeist als Bereicherung heraus.

Natürlich gibt es Menschen, die mir persönlich sympathischer sind als andere, sogar einige wenige, die ich unsympathisch finde und mit denen ich privat dann nach Möglichkeit keinen Umgang pflege. Beruflich kann ich es mir nicht unbedingt aussuchen, aber da bin ich dann gleichermaßen aufrichtig höflich zu allen.

Unsympathisch sind mir Menschen aber nicht aufgrund einer bestimmten Herkunft oder Kultur, sondern eher aufgrund ihrer eigenen Höflichkeit oder besser gesagt, deren Fehlen.

Natürlich ist man neuen Bekanntschaften gegenüber oft erst einmal reserviert, bis man die Menschen genauer kennen- und dann oft schätzen lernt. Keiner verlangt, daß jeder jeden über alles lieben muß, aber ebensowenig muß man jeden hassen, der nicht in das eigene, eng gefasste Menschenbild paßt. Mit Offenheit gegenüber anderen verliere ich nichts, sondern gewinne ganze Welten. Aber vielleicht ist für diese Einsicht eine gewissen Grundintelligenz und Neugierde erforderlich.

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© Bettina Lege (eMail schreiben) 2004 / 2017,
zuletzt geändert am 17.11.2016.